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Geocaching, moderne High-Tech Schnitzeljagd und Schatzsuche für Kinder….

Der Ski-Club Hockenheim führte für das Kinderferienprogramm der Stadt Hockenheim zum 1. Mal Fahrradtour mit Geocaching durch. Am Samstag den 03.09. um 10Uhr begrüßte der Jugendwart des Clubs Moritz Staender 28 Kinder, Jungen und Mädchen im Alter von 8-12 Jahren aus Hockenheim in den Räumlichkeiten des Clubhauses. Ziel des Tages und Kurses, so erläuterte Siggi Baier, der vortragende Gruppenleiter, ist die GPS Technologie in den Grundzügen zu verstehen und sie für die spielerische Orientierung bis zur eigentlichen Zielfindung – dem GEOCACHING- einzusetzen. 20 Handgeräte standen den Kids zur Verfügung, die programmiert und so als Kompass und Wegweiser auf der Route genutzt wurden. Somit konnte fast jedes Kind selbst die Wegpunkte anvisieren und den Track verfolgen.
Dies ist schon eine kleine Herausforderung für Kids im Alter ab 8 Jahre. Zuerst wurde mit Hilfe einer Präsentation die Grundzüge übermittelt. Die Kids erfuhren dabei Grundlegendes über Kartenmaterial und die Satelliten, die das Global Positioning System GPS darstellen – ganz schön langweilig. Cache heißt übersetzt „Versteck“ und ist nicht mit dem Catchen zu verwechseln, was eher fangen bedeutet. Die eigentlichen Schätze, also die Verstecke sind da schon verlockender und interessanter.
Das Wahrzeichen des SCH Clubhauses - die Gondel- diente als erste Koordinate und als Lernpunkt zur Handhabung der GPS Geräte. Der Tower als Fixpunkt des Flugplatzes „Hinter den Bergen“ diente als erstes Ziel. Die Freunde des Sportfliegerclubs erklärten, wie wichtig der Anflugpunkt, früher der Kompass und heute das GPS für die Piloten ist. Mit einer Fehllandung im Feld lässt sich gut erklären, dass man bei GPS Eingaben nicht schludern sollte.
Die Tagestour des SCH bestand nicht nur aus Koordinaten. Der nächste Cache als „Versteck und Ziel“ ist schnell erklärt und lockte den Entdeckerdrang in den jungen Menschen hervor, die am liebsten sofort weiterradeln wollten. Dem Vergnügen musste leider ein weiteres Stück Arbeit vorausgehen. Zuerst lesen, die Aufgabe am Tower lösen und die Lösung als Zahl in Koordinaten im Stil von N49°20,322“ in das Gerät programmieren. Jedes Kind war mit einem kleinen Block mit Stift am Halsband ausgerüstet um schriftlich zu rechnen und zu kombinieren. Wer da nicht genau war, fuhr später in die falsche Richtung und der Gruppenkommentar der Kinder untereinander kommt schon mit recht scharfer Zunge rüber.


Die Wegbeschreibungen kennen den „Multi“, so sagt man, wenn die Route sich aus Teilzielen zusammensetzt. Die Tagestour ist ein „Mystery“, der verfügt über Zwischenziele und ist mit Aufgaben gespickt, die es wie ein Puzzle zu lösen galt. Lesen, verstehen und dann muss man auf dem Weg auch noch aufpassen um die Hinweise zu erkennen, da wibbelt man schon mal vorbei. Verlaufen – die Leitung setzte die Korrektur absichtlich aus – heißt uncooles zurückfahren.
Der Weg führt über die Schneckennudel durch die Gartenschauplätze entlang der Bahn, um dann auf der Brücke den ersten Cache zu suchen, zu finden, das Tauschobjekt zu wechseln und sich ins Logbuch einzutragen. Das erste „Erlebnis“ und die Freude, das Versteck vor den Freunden aus der Gruppe gefunden zu haben, steht dem kleinen Schatz-Finder in den Augen geschrieben.
Wieder Aufgabe lesen, rechnen und neue Koordinate in das Gerät eingeben. So gelangt das Team zum Brunnen des Schwetzinger Wasserwerks. Frisches, kühles Wasser tut an diesem heißen Sommertag gut, die Ski-Club-Leiter hatten mit Brausetabletten die richtige Wahl zur Geschmacksverbesserung getroffen. Und schon wieder muss ein Cache gesucht und eine Aufgabe gelöst werden um zum nächsten Ziel radeln zu können. Die Aufgabe war einen kleinen Reim, den Rebecca verfasst hatte, zu entschlüsseln: „von der Quelle bis zum Schatz ist es nur ein Klacks…“. Weiter, auch noch rechnen – uuuh, wir haben den Taschenrechner gerad nicht dabei – gruppendynamisch ließ sich das Ergebnis ermitteln und als neue Koordinate eingeben. Die Jungen, typisch männlich agieren eher mit „Überblick“ oft an der Sache vorbei, die Mädchen schauen auch mal nach unten und wurden fündig. Das Ziel erreicht, die kleine Dose mit Logbuch und Erinnerungsstücken wurde hervor gegraben und regelgerecht wurde getauscht. Unser Schatz verfügt über eine Besonderheit – andere Geocacher hatten ihn zufällig gefunden und sich bereits im Logbuch vermerkt.
Muggels – so nennt man befremdet einblickende Zuschauer – gab es am Wasserwerk auch, die Generation 60 plus hatte Spaß an der Agilität der Kinder und ließen bereitwillig zu jedem Wasserflasche füllen den Kleinen den Vortritt.
Der Weg führt entlang des Wildgeheges zum Jim Clark Memorial mit weiteren Aufgaben bis hin zur Insel im wildromantischen Teich an der alten Rennstrecke. Abenteuerlich durch den Graben laufen, rauf auf die Leiter um dann im Vogelhaus den Cache zu entdecken. Die Neue Aufgabe liefert dann die Koordinate „Mittagspause in der Schutzhütte“.
Wecken, Würstchen, Obst, Schorle und Wasser waren „ja echt langweilig“, denn es gab da noch 5 Caches zu finden. Knobelige Aufgaben forderten die Kids schon heraus, aber sie lassen es sich nicht nehmen immer wieder neu zu starten, bis er gefunden ist. Irgendwie waren die Kids aber doch froh, dass der Ski-Club Trainer Jochen Karl die Versorgung sichergestellt hatte.
Nick wollte das „Letzte“ aus seinem GPS Gerät rausholen und reizte mit den Koordinaten 0°00,000 das neue Ziel aus, was er mit dem Fahrrad dann gleich heute noch anvisieren wollte. Lotti half aber schnell mit ein paar Rechenaufgaben die immense Distanz zu hinterfragen: Was ist eigentlich N0°E0° – der Äquator und wie lange braucht man bis dahin wenn, so wie Nick sagte –die Fähre in Gibraltar nehme ich nicht-? Nick errechnete, dass er bei 70km Tagesleistung zum Ferienprogramm im nächsten Jahr zurück ist. Angst, dass er sich verfahren könnte hat er mit dem Gerät nicht mehr, aber dann wollte er doch lieber in die Schule und dies Ziel vielleicht nach dem Abi verfolgen.
Die nächsten eigene Aufgaben- und Wegbeschreibung lieferten das Ziel PUMPWERK, die Organisationszentrale des Kinderferienprogramms. Der Cache hing hier auf einem „Apfel- und Kirschbaum“ zum Vorteil der beiden größeren 12Jährigen, die sich die Mühe machten sich zu recken, um fündig zu werden.
Die letzte Aufgabe des Nachmittages heißt, einen weiteren Weg zu finden, um den Grillplatz im Garten in Moritz‘ Elternhaus ansteuern zu können. Das Gelernte wird selbständig eingesetzt und fast fehlerfrei auf dem kürzeren Weg umgesetzt. Die Lösung verlangt einen kleinen Schwierigkeitsgrad höheren Einsatzes an Mathematik. Die, die der Rechnung nicht vertrauten, fuhren die Strecke des Waldlehrpfades ab, um absolut sicher zu sein. Doch auch hier führt die gemeinsame Arbeit zur Entdeckung des Versteckes „Ziel: Grill und Getränke“. Ein Button mit den Koordinaten der Ski-Club Gondel überreichte Moritz den Kids zu Erinnerung an die 24,2km Fahrradstrecke mit 10 Caches und 13 gelösten Aufgaben.
Eine tolle Atmosphäre mal spielerisch lernend durch den Hardtwald zu fahren, kommentierten die Kids mit – „doch nicht so uncool“. Für die älteren Semester der Leser, die Übersetzung von „nicht uncool“ lautet „Aha-Erlebnis“.
Das Kindersprache anders ist, als die der 20plus Generation, ist bekannt. Kinder sagen Danke, in dem sie fragen: Kann man denn auch selbst Geocaching machen? Was kostet ein Gerät? Wie lange dauert es eine Tour zu planen? Ist der Weg auch sicher und immer genau? Kannst Du mir für meine Freunde eine Geburtstagstour machen? Nächstes Jahr werde ich im Sommer 12, nimmst Du mich noch mit? Wann macht ihr wieder eine Tour?
Ob das Pumpwerk Geräte verleiht, blieb offen, aber wenn demnächst auf der Karlsruher Str. fleißig geblitzt wird, fällt bestimmt für die Ausbildung was ab.
Eine interessierte Mutter hat sich bei der Abholung am Clubhaus noch schnell eine Kurzinformation eingeholt. Ob sie demnächst mit dem Sohn und dessen Freund selbst fahren wird, lesen wir bestimmt im Logbuch eines Caches.
Der Organisator, der noch Schnitzeljagden zu seinen Kindergeburtstagen unternahm, erkennt Potential diese Technik zu nutzen, um das Jungvolk vom Monitor weg ins Freie zu locken, die kleine Welt zu erkunden und Gelerntes anzuwenden. Es muss ja auch nicht beim Hardtwald Hockenheims bleiben, Fahrradtouren und Wanderungen, eigene Caches lassen beliebig viele Möglichkeiten erahnen, „der Weg ist das Ziel“.
Der Ski-Club bedankt sich für die Vorbereitungen und den tollen Tag bei den Betreuerinnen Rebecca Jagnow, Julia Kientz, Lotti Neugebauer, und den Organisatoren Rebecca und Moritz Staender, Siggi Baier und der Unterstützung des SFC.

(Siegfried Baier)

 

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